Möglichkeiten: Begrünung geht fast überall

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Carport mit Dachbegrünung

Grün auf Dach und Fassade – mehr geht an einem Gebäude fast nicht. Aber auf dem Grundstück gibt es noch viel mehr Plätze für Pflanzen.

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Viele Möglichkeiten

Neben den großen Flächen auf dem Dach und an der Fassade gibt es rund ums Haus noch viel mehr Orte und Möglichkeiten zur Begrünung. Kleine Mauerritzen, trockene Lehmböden, feuchte Sümpfe – an alle Lebensbedingungen haben sich Pflanzen auf der Erde gewöhnt und spezialisiert. Für die Begrünung von Häusern und Grundstücken heißt das: Die Natur bietet mit ihrer Anpassungsfähigkeit reichhaltige Möglichkeiten und Lösungen. Lassen Sie sich anregen, wo auch an Ihrem Haus überall Pflanzen einen Platz finden können – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viele kleinen Einzelmaßnahmen ergeben in der Summe viele Vorteile und ein fühlbar angenehmeres Mikroklima am Haus.

Das Carport als Klimaanlage fürs Auto

Wenn Sie weder eine Tiefgarage noch ein begrüntes Garagendach haben und trotzdem gerne in einem kühlen Auto losfahren, könnten Sie über ein Gründach auf dem Carport nachdenken. Pflanzen verbessern das Mikroklima rund ums Auto und können gleichzeitig noch einen Schutz gegen Hagel oder Regen bieten.

Verschiedene Pflanzideen bieten sich hier an, je nach Gegebenheiten des Stellplatzes. Wie bei einer Garage kann man das komplette Dach eines Carports begrünen, nachträglich oder direkt beim Errichten der Konstruktion. Meist ist hierfür eine extensive Dachbegrünung eine sinnvolle Lösung. Zusätzlich oder auch als Einzelmaßnahme kann man aber auch die Stützen des Carports begrünen, etwa mit einer Kletterrose oder Wein. Wie bei einer überdachten Terrasse sind der Gestaltung dabei kaum Grenzen gesetzt.

Carport mit Dachbegrünung
Hier bleibt das Auto kühl, und der Blick aus dem Fenster macht Spaß. (Bild: BuGG, G. Mann)

Schöner Empfang: der Vorgarten

Nach einem klebrig heißen Sommertag kommen Sie nach Hause auf Ihren Eingang zu, und Sie nehmen den Duft von Blüten und den frischen Kontrast zur heißen Straße wahr. Schöne Vorstellung? Das lässt sich leicht umsetzen. Auch der kleinste Vorgarten kann ein wahre Oase für Mensch und Tier sein.

Nicht nur ein zu erwartendes Schottergartenverbot für Nordrhein-Westfalen, vor allem das bessere wohnungsnahe Mikroklima begrünter Vorgärten spricht für eine Bepflanzung und gegen gepflasterte oder mit Steinen belegte Flächen vor dem Haus. Ein Vorgarten kann artenreich, regendurchlässig, schön und pflegeleicht zugleich sein und muss, im Gegensatz zu gepflasterten Flächen, bei richtiger Bepflanzung kaum Aufwand bedeuten. Und vor allem hilft er an heißen Tagen die Temperatur am Haus zu reduzieren.

Blühender Vorgarten
Blühender Vorgarten. Hier fühlt man sich willkommen. (Bild: Peter Holmes / Pixabay)

Haben Sie eine Mülltonnenbox?

Für die meisten Häuser gibt es einen kleinen, meist geschlossenen Unterstand für die Aufbewahrung der Mülltonnen. Ob aus Holz, Kunststoff oder Beton, in der Regel stehen diese Häuschen im Garten oder im Hof und sind mehr oder weniger ansehnlich. Durch Begrünung können Sie Ihre Mülltonnenbox aufpeppen und aus einer Notwendigkeit einen richtigen Hingucker machen. Weiterer Vorteil: Durch die kühlende Wirkung der Bepflanzung heizen sich die Boxen im Sommer bei weitem nicht so stark auf. Das verringert unangenehme Gerüche aus den Mülltonnen, wie sie bei höheren Temperaturen entstehen.

Wie Sie Ihre Müllbox begrünen können, hängt von den Gegebenheiten ab. Je nach Material der Box bietet es sich zum Beispiel an, sie rundum mit Kletterpflanzen bewachsen zu lassen. Eine einfache Variante ist es, nur das Dach zu begrünen.

Für Hobbygärtner oder -handwerker: Ein Beet auf der Mülltonnenbox kann man mit relativ wenig Aufwand selbst anlegen. Wichtig ist dabei eine geeignete Unterkonstruktion und eventuell eine Drainage für das Wasser. Sie möchten lieber ein fertiges System kaufen? Im Handel gibt es Mülltonnenboxen aus unterschiedlichen Materialien, die extra für eine Bepflanzung vorgerüstet sind.

Ob extensiv mit Steingartenpflanzen oder intensiv bepflanzt mit Kräutern oder Blumen, Ihren Gestaltungsideen sind bei der Begrünung Ihrer Mülltonnenbox kaum Grenzen gesetzt.

Begrünte Mülltonnenbox
Eine Mülltonnenbox lässt sich leicht begrünen und sieht schön aus. (Bild: Verbraucherzentrale NRW)

Der Zaun als grüner Blickfang

So individuell wie die Häuser sind auch ihre Grundstücksgrenzen: Zahlreiche Varianten wie Maschendraht, Jäger- oder Sichtschutzzaun, schmiedeeisernes Gitter, Doppelstabmatten und viele andere bieten Raum zur Gestaltung. Nicht nur auf kleineren Grundstücken wünschen sich Bewohner oft auch einen Schutz vor den Blicken anderer auf ihrer Terrasse, Garten oder Hof. Diesen Wunsch nach Privatsphäre kann man mit ästhetischer und klimafreundlicher Gartengestaltung verbinden, wenn man die Einfriedung begrünt.

Die Zaunkonstruktionen sind eine ideale Befestigung für viele Pflanzenarten und bieten die Möglichkeit, auf kleinem Raum etwas für die Artenvielfalt und für das Auge zu tun. Zudem können vertikale Grünelemente vor dem Haus Schmutzpartikel aus der Luft filtern. Die Aufheizung dunkler Sichtschutzzäune durch die Sonne kann durch eine begleitende Bepflanzung mit einer Hecke deutlich verringert werden.

Mit welchen Pflanzen Sie Ihren Zaun begrünen, hängt von unterschiedlichen Faktoren wie Material, Lichtverhältnisse, Himmelsrichtung oder auch den Vorstellungen des angrenzenden Nachbarn ab. Kletterrosen, Clematis, Efeu oder Geißblatt sind nur einige Pflanzen, mit denen Sie an Ihrem Grundstück einen farb- oder blütenreichen Akzent setzen können.

Haus mit Efeu bewachsen
Unter diesem reichen Efeu-Grün heizt sich der Kunststoffzaun nicht mehr auf. (Bild: Verbraucherzentrale NRW)

Hecken: Alleskönner an der Grundstücksgrenze

Entweder als Alternative oder auch als Ergänzung zum Zaun sind Hecken eine beliebte Möglichkeit, Grundstücke abzugrenzen. Und sie leisten noch viel mehr: Eine Hecke kann ein Biotop für zahlreiche Insekten sein, Unterschlupf für Igel oder kleine Feldmäuse bieten oder Nistplatz, Nahrung und Versteck für Vögel sein. Gleichzeitig können sie auch Sichtschutz bieten. Sie spenden Schatten, wo er erwünscht ist und wirken je nach Gelände dem ungehemmten Abfließen von Regenwasser entgegen. Nicht zuletzt eröffnet eine Hecke aber fantastische Gestaltungsmöglichkeiten. Durch die Auswahl der Pflanzen, ihre farbliche Setzung und ihren Wuchs oder Beschnitt können sie zu lebendigen Kunstwerken im Garten werden. Ob Sie immergrünen Sichtschutz, eine blühende Oase oder einen duftenden Empfang am Gartentor bevorzugen, für jedes Bedürfnis gibt es passende Pflanzen.

Hecke in Herzform geschnitten
Hecken eigenen sich zur kreativen und individuellen Gestaltung. (Bild: Bianca Mentil / Pixabay)

Pflaster mit Abfluss – dem Regen einen Weg bieten

Die ersten paar Tropfen verdampfen noch auf den heißen Steinen, dann prasselt der Regen los, und es formen sich Bäche. So sieht das auch auf Ihrem Autostellplatz und auf den gepflasterten Flächen in Ihrem Garten aus? Sind Sie es Leid, dass das Wasser auf dem Weg zum nächsten Kanaldeckel Erde durch Ihren Garten schwemmt? Und dass Sie nach dem nächsten trockenen Tag wieder Ihre Beete bewässern müssen? Sie laufen gerne barfuß, die gepflasterten Wege im Garten sind im Sommer aber eigentlich zu heiß dafür?

Mit diesen Erfahrungen sind Sie nicht alleine. Denn Flächen am Haus zu pflastern oder zu asphaltieren, ist Gang und Gäbe und verursacht überall die gleichen Effekte. Um dem entgegenzuwirken, bietet es sich an, die Fähigkeiten der Natur zu nutzen. Kleine Begrünungsmaßnahmen können dabei Wunder bewirken.

Wenn Sie versickerungsfähiges Pflaster mit extra großen Fugen verwenden, kann das Niederschlagswasser zwischen den Steinen in den Boden eindringen. Dieses versickernde Wasser steht dann vor Ort wieder für die Verdunstung und Kühlung zur Verfügung und kann von Pflanzen aufgenommen werden. Zur betonierten Auffahrt zum Beispiel können Rasengittersteine eine Alternative darstellen. Wasser kann durch deren Öffnungen in den Boden gelangen. Und als positiver Nebeneffekt heizt sich das parkende Auto auf dem kühleren Untergrund weniger stark auf. Rasengittersteine gibt es mittlerweile in allen möglichen Formen, so dass Sie aus Ihrem Stellplatz sogar einen attraktiven Blickfang machen können.

Rasengittersteine
Hier kann Wasser versickern. Im Sommer bleiben die Steine deutlich kühler als verfugtes Pflaster. (Bild: toinane / unsplash.com)

Wie am Mittelmeer: Terrassenüberdachungen

Nach einem vollen Tag den Stress des Tages auf der Terrasse abstreifen gelingt an einem heißen Sommerabend besonders gut, wenn es dabei angenehm schattig ist. Eine Überdachung des Sitzbereichs bietet zwar Schutz vor Regen, gerne staut sich jedoch darunter die Hitze. Wer da nicht rechtzeitig die Markise oder den Sonnenschirm in Stellung gebracht hat, fühlt sich mitunter wie im Backofen.

Ein Blick in den Mittelmeerraum hilft, denn dort nutzen Menschen traditionell die Vorteile von begrünten Terrassen. Das italienische Wort „Pergola“ meint eine etwa mit Wein oder Efeu bewachsene Rankhilfe, die Schutz gegen Sonne und Wind bietet. Das Prinzip funktioniert auch in unseren Breiten gut und macht optisch viel her. Ob Sie Ihren schönsten Platz am Haus mit einer duftenden Kletterrose dekorieren wollen oder ein dichtes Blätterdach aus dem Laub eines Baumes bevorzugen – je nach Bedarf und Geschmack gibt es ganz individuelle Lösungen.

Eine Begrünung an der Seite bietet Schutz gegen Wind und lässt sich beispielsweise mit Glas oder anderen schützenden Materialien kombinieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Spenden Pflanzen am Sitzplatz kühlenden Schatten, heizt er sich bei weitem nicht so auf wie eine kahle Terrasse. Vor allem aber spüren Sie an kaum einem anderen Platz die beruhigende Wirkung der Anwesenheit von Pflanzen mehr als hier.

Begrünte Pergola
Ob blühend oder mit Blättern bedeckt: Eine begrünte Überdachung wertet jede Terrasse auf. (Bild: Deborah Jackson / Pixabay)

 


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Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz